Charles Frederick Worth
Luxuriöses Material und sorgfältiger Schnitt ist der Stoff für Haute Couture
Charles Frederik Worth wird am 13.November 1825 im englischen Bourne geboren.
Nach einer Lehre zum Stoffverkäufer in zwei der angesehensten Londoner Kaufhäuser, wandert er 1845 nach Paris aus. Dort angekommen, arbeitete er zuerst weiter als Verkäufer von Stoffen, im Stoffhaus “Gagelin” (auf Seide spezialisierten ) und heiratete bald darauf eine seiner Kolleginnen, Marie Vernet.
1855 auf der Weltausstellung in Paris, war sie es, die den, von den Schultern freifallenden Mantel trug, welcher mit dem ersten Platz belohnt wurde.
Seine Frau war auch das Mannequin (Model), mit dem er als erste seine Modelle vorführte. Worth entwarf für seine Frau einige einfache Kleider, die die Seidenstoffe des Hauses “Gagelin” besonders gut zur Geltung brachten. Kunden begannen nach Kopien dieser Kleider zu fragen. Daraufhin versuchte Worth, der mittlerweile zum Juniorpartner in der Firma aufgestiegen war, seine Partner dazu zu bewegen, den Geschäftsumfang um die Produktion von Kleidern auszudehnen. Seine Partner zögerten jedoch, in ein Geschäftsfeld einzusteigen, welches (im Vergleich zum Stoffhandel) so gering in Reputation war, wie die Herstellung von Kleidung.
Charles Frederik Worth gab nicht auf und fand „Otto Bobergh“, einen wohlhabenden Schweden, als Finanzier.
Er war bereit 1858 die Finanzierung des Modehauses “Worth et Bobergh” zu übernehmen.
A New Star was born
Das Unternehmen hatte sehr schnell Erfolg. Um seine exklusive Kleidung zu den Höfen Europas zu tragen, verfällt Charles Frederick Worth auf einen genialen Trick: Er schlägt der Gattin des österreichischen Botschafters vor, sie kostenlos einzukleiden. Die kreierte Abendgarderobe aus silbernem Tüll, Gänseblümchen, rosa Herzen und silbernen Pailletten, welche sie auf einem Staatsball trug, fiel der Kaiserin Eugénie auf und Worth avancierte zum Hoflieferanten. Von nun stehen seine pompösen Abendgarderoben mit ihren Rüschen und Pailletten bei Staatsbanketten und Empfängen im Mittelpunkt.
Andere berühmte Namen wie die Frau Napoleons III und Kaiserin Sissi folgten.
Viele seiner Kundinnen nahmen eine lange Anreise nach Paris in Kauf, um sich von Worth einkleiden zu lassen. Worth kann es sich mittlerweile leisten, bürgerliche Kundinnen aus aller Welt, die vor seinem Geschäft Schlange stehen, an der Eingangstür abzuweisen.
Wen er durch seine Kleider adelt, bestimmt er selbst.
Die Frauen, die zuvor mit Hilfe ihrer Näherin und eines Stoffhändlers für ihre Garderobe selbst verantwortlich waren, geben sich nun ganz in seine Hände. Worth wird damit zum Erfinder der Haute Couture. Worth Veranstaltete viermal im Jahr Modeschauen mit seinen exklusiven und sündhaft teureren Modellkreationen. Seine Kundinnen wählten dann ein Modell, das mit einem Stoff ihrer Wahl und ihrer Figur entsprechend genäht wurde.
Nach 1858 schafft es Worth, seine Modenschauen zu gesellschaftlichen Events zu machen – der Catwalk war geboren.
1870 beschäftigte Charles Frederick Worth über 1 200 Näherinnen, die jede Woche mehrere hundert Kleider herstellten.
Während des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 schloss das Modehaus und diente als Krankenhaus.
„Otto Bobergh“ schied aus der Firma aus, als es 1871 wieder eröffnet wurde. Worth bezog seine zwei Söhne „Gaston“ und „Jean-Philippe“ mit in das Geschäft ein, die das Modehaus auch nach Worths Tod (10.März 1895 in Paris) weiterführten.
Im Jahre 1956 wurde das Haute-Couture-Atelier in Paris geschlossen, die Dependance in London folgte Anfang der 1970er Jahre.
Moderevolutionär Worth
Er war der erste Modeschöpfer, der mehr als Künstler denn als Handwerker verstanden wurde. Darüber hinaus war sein Einfluss auf die Mode sehr groß.
Schon 1867 schuf Worth ein Vertriebsprogramm, das es ausländischen Einkäufern den Erwerb von Schnittmustern ermöglichte. Entsprechend seinem künstlerischen Selbstverständnis war in Worths Modellen sein Namensschild eingenäht. Seine Mode war außerdem als “komplett” zu betrachten, wenn sie sein Atelier verließen. Anders als bei anderen Schneidern und Schneiderinnen war es nicht vorgesehen, dass seine Kleidung von einer Modistin mit Accessoires ausgeschmückt wird. Worth veränderte außerdem die weibliche Silhouette insgesamt, indem er Taille und Rocksaum versetzte und den rückwärtig gebauschten Rock und die Turnüre einführte.
Quellangabe: wikipedia.org
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