Grundlagen – Naturfasern
Zum Verständnis, vorab die:
Fasererkennung
Faserfeinheit:
Ist die Masse einer Faser (auf die Faserlänge bezogen). Die Faserfeinheit, wird in tex angegeben.
tex= Masse in Gramm / 1000 Meter
Bei feinen Fasern verwenden wir die Angabe ctex.
ctex= 1/10tex
Also erkennen wir:
Je kleiner der Zahlenwert, desto feiner die Faser (für feine weiche Textilien).
Faserlänge:
Je länger unsere Faser ist, desto weniger Faserenden stehen beim Garn ab, was wiederum seine Auswirkungen auf die Bekleidung hat.
Faserdichte:
Die Faserdichte beeinflusst nicht nur das Gesicht der Textilien.
Aus bspw. Fasern mit geringer Dichte, lassen sich leichte aber voluminös wirkende Textilien herstellen.
Feuchtigkeitsaufnahme:
Die meisten Fasern nehmen ständig Feuchtigkeit auf.
-Auch ein wesentlicher Faktor, welcher sich auf das fertige Textil auswirkt.
Die aufgenommene Feuchtigkeit, in einem Textil leitet bspw. elektrostatische Aufladung ab.
Biologische Beständigkeit:
Zellulose, als auch Eiweißfasern verrotten im Gegensatz zu Chemiefasern.
Feinheitsfestigkeit:
Die Feinheitsfestigkeit wird in cN/tex angegeben (cn=1/100N), und ist die, auf die Feinheit von 1tex bezogene Höchstzugkraft.
Je höher, dieser Wert, desto strapazierfähiger und Reißfester ist das, daraus hergestellte Textil.
Dehnung / Elastizität:
Die Höchstzugkraftdehnung wird in Prozent, in Bezug auf die Ausgangslänge angegeben.
Naturfasern – Unterschiede
Zu den Naturfasern gehören, neben den tierischen Fasern (Eiweiß), auch die pflanzlichen (Zellulose).
Pflanzliche Fasern:
Hier unterscheiden wir zwischen den Pflanzenhaaren ( Baumwolle, Kapok, -¦), den Bastfasern (Flachs, Hanf, Jute, Ramie) und den Hartfasern ( Sisal, Manila, -¦).
Tierische Fasern:
Die tierischen Fasern kategorisieren wir in Wolle (Schaf, Ziege, Mohair, Alpaka, Lama, Kamel, Angora-¦) und Seide (Maulbeerseide, Tussah-Seide)
Faseraufbau:
Die Zellulose Faser ist aus Monomeren der Glukose aufgebaut.
Der Naturstoff Zellulose bildet Kettenmoleküle, d.h. die Zellulose-Moleküle reihen sich kettenförmig aneinander.
Hier bei gilt:
Je länger die Kette der Moleküle desto optimaler wirkt sich dies auf die Zugfestigkeit aus.
Liegen die Molekülketten In der Faserlängsachse, gebündelt vor, so sprechen wir wieder von den parallelisierten, also kristallinen Bereichen.
Trifft dies nicht zu und unsere Kettenmoleküle liegen weniger geordnet vor, so sprechen wir von den amorphen Bereichen. In diesen Bereichen entstehen Hohlräume.
Diese Eigenschaften spielen eine Große Rolle was Fasereigenschaften betrifft.
Auswirken tun sich die unterschiedlichen Strukturen vornehmlich auf die Feuchtigkeitsaufnahme, als auch auf den Reißwiederstand der Faser.
Die Oberfläche der Faser besteht aus einer Wachsschicht.
Fasereigenschaften
Die Wärmehaltung, ist durch bedingt durch die recht glatte Faser sehr gering, da sich wenig ruhende Luftschichten bilden können.
Gute Reißfestigkeit
Hohe Feuchtigkeitsaufnahme durch viele amorphe Bereiche, dadurch quillt die Faser allerdings auf. Die Folge: Sie läuft ein. Dagegen ist Sie im nassen Zustand reißfester als im trockenen.
Starke Knitterneigung, bedingt durch die geringe Elastizität
Gesamtdehnung – sehr gering
Die Biologische Beständigkeit: geringe Anfälligkeit bzgl.Schädlings-Befall (Motten). Jedoch verrottet die Faser sehr schnell.
Die Chemische Beständigkeit: Die Zellulose-Faser ist Laugenbeständig, jedoch nicht Säurebeständig.
