Report: charaktervolle 16% auf der ökoRausch Köln

By Wolfgang • Sep 23rd, 2008 • Category: 01.Event-Berichte |

ökoRausch Köln, das war wieder einmal ein tolles Ereignis.


Öko-Rausch Modemesse Köln





Um am 13. September ein tolles, ich möchte jetzt schon sagen, ganz eigenes, charaktervolles Event zu besuchen, mussten wir uns nicht Stunden lang in den Zug setzten um nach Berlin, Düsseldorf oder sonst wohin zu fahren.
Super! Ein Event direkt vor unserer Haustüre, also nichts wie hin, zu dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Köln-Ehrenfeld, in die Montage-Halle von Jack in the Box e.V.


Leider verpassten wir die Einführungsrede von Frau Ursula Tischner (Frau Tischner leitet die Agentur für Ökologie- und Designberatung econcept mit Sitz in Köln, und sie ist Professorin u.a. an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich oder der Design Academy Eindhoven.)
Nach dieser, Einführung, stellten Martina Grotensohn und Boris Bandyopadhyay ein Eco-Design-Projekt vor, an dem sie an der Hochschule der Künste Bern federführend als Dozenten beteiligt sind.

Das Messetreiben bot ein abwechslungsreiches Bild:

FEUERWEAR

Kaum hatten wir das riesige Tor der Messehalle passiert, so stach uns sofort die Leuchtreklame von „FEUERWEAR“ ins Auge.


Design by FEUERWEAR Design by FEUERWEAR Design by FEUERWEAR

Design by FEUERWEAR Design by FEUERWEAR Design by FEUERWEAR

FEUERWEAR
Knallrote, riesige Fahrzeuge, starke Männer in Schutzanzügen, so kennen wir die Retter in rot. Begleitet werden die Feuerwehrleute immer von jeder Menge Schlauch. Hat dieser einmal ausgedient, landet er normalerweise einfach im Müll. Doch FEUERWEAR gibt ihm ein neues Gesicht.
Aus Feuerwehrschlauch werden Lifestyle-Produkte. Aus weißem und rotem Schlauch kreiert der Designer Martin Klüsener Taschen, Gürtel und andere Accessoires. Jedes Stück Schlauch hat seine eigene Geschichte und so sind alle FEUERWEAR-Produkte Einzelstücke und äußerst robust.
Denn jeder Feuerwehrschlauch besteht aus Polyestergarn und Gummi, das bereits extremen Belastungen standhalten musste.

Beim weiteren schlendern durch das urbane Ambiente des Ausstellungsortes trafen wir auf viele weitere Kölner Labels wie: „bgreen“,, „Köln-Jakarta“ oder „LaissezFair“.
Doch nicht nur junge Labels zeigten Ihre Produkte und Arbeiten. Studentinnen der „ecosign, Akademie für Gestaltung“, zeigten womit sich der Nachwuchs beschäftigt.

sailors – von Katharina Olma


Taschenkombi by Katharina Olma

sailors – dieser weekender ist ein unikat aus abgetakeltem segelstoff und über
der schulter zu tragen. sailors sind mit einem schäkel versehen, welcher der tasche unterschiedliche gurtlängen ermöglicht und dadurch einen angenehmen tragekomfort spendiert. mit einem verstärkten boden und einem reißverschluss ist der weekender sowohl für jeden kurztrip als auchim alltag einzusetzen.”
Mehr auf katharina-olma.de >>>

“USELESS” – by Nika Rams


Product and Concept Design by Nika-Rams

Nicht wirklich neben, sondern vielleicht sogar weit vor den Studentinnen der „ecosign“ präsentierte Nika Rams ihr Design-Concept „USELESS“, ein Konzept welches das Bewusstsein zur energiesparenden Lebensweise in den Vordergrund stellt. Durch das einbringen fein nuancierter, wohl durchdachter Elemente in die tgl. Umgebung macht die Idee an jeder Ecke „unseres zuHauses“ unmissverständlich, und absolut charmant (siehe:Toilettenpapier) klar: sparen und vor allem sich Gedanken machen ist angesagt!
Die junge Designerin ging mit Leidenschaft auf die Besucher zu und erklärte mit Engagement ihre Idee. Schnell fand man sich in einem spannenden, interessanten Gespräch wieder – Themen wie Sie auf der ökoRausch gehandelt werden, geben ganz klar viele Anlässe zum Gespräch und zur Diskussion.
Auf nikaramas.com erfahren Sie mehr über Product and Concept Design >>>

Fashion TV

Selbstverständlich hatte “Samy” auch auf der ökoRausch, die Kamera im Anschlag und brachte (mal wieder) seine Eindrücke mit.
Nicht zuletzt, bot eine abschließende, smarte Modenschau eine tolle Gelegenheit einen weiteren FashionClip für unseren Mode-Blog zu drehen.



Container

Jetzt musste erst mal frische Luft geschnappt werden, doch auch auf dem Gelände vor der Messe-Halle bot sich ein kreatives Bild. Die dort stehenden Container wurden als Ausstellungsräume genutzt. Die zum Teil rostigen, imposanten Metallräume verliehen dabei ein besonderes Ambiente.
Dass es, was die Container angeht, auch mit einem edlen Touch funktioniert bewies „JACK IN THE BOX“, ein Verein, welcher sich mit dem Themenkomplex “Modulares Bauen mit Standard-Containern” auseinandersetzt und Mitveranstalter der ökoRausch ist.


JACK-IN-THE-BOX Köln

Auf koelnerbox.de erfährst du mehr >>>

Noch mehr Aussteller auf der ökoRausch Köln

Nach einem leckeren Kaffee, natürlich Öko und Fair gehandelt, ging es wieder in die Lokation. Neben den Kölner-Labels fand sich auch der ein oder andere Besucher auf Ausstellerseite.
„Lockengelöt“ und „Fairliebt“ aus Hamburg, „Batata“ und „kittel-kampagne“ aus Berlin, „Abteil“ aus Stuttgart, das „Studio für Lichtkunst“ aus Halle/Saale, „Neo_Green“ aus Nürnberg oder „Luxus-baba“ aus München, um nur einige der Ausstellenden zu nennen.

cool, ästhetisch, praktisch

abteil bietet alles, was die gut designte Tasche braucht – und mehr!


Design by abteil Design by abteil Design by abteil

Mehr auf abteil-shop.de >>>


Es wurden ausschließlich Produkte verkauft, die sowohl soziale als auch umweltschutztechnische Kriterien erfüllen. Egal ob Accessoires, Mode (für Kinder und Erwachsene), Möbel oder Taschen.


>>> Hier geht’s zu unseren Fair Frade – Shopping Tipps <<<

16% auf der ökoRausch Köln

Solche Messen & Veranstaltungen haben zum Ziel kultur- und sozialpolitisches Engagement auf hohem Niveau zu zeigen. Wir sind froh, dass gerade in letzter Zeit viele Veranstalter den Fokus auf Events mit einer solchen Message legen.
Wir sind begeistert, dass wir mit der ökoRausch, auch hier in Köln, eine neue, innovative Bewegung gefunden haben, welche die Botschaft: „Fair ist en vogue“ dem Verbraucher näher bringen möchte.


Bei allem Lob zu dem Event und bei aller Begeisterung sehen wir jedoch, und leider immer noch das, so scheint es manchmal wirklich, unablegbare Bild des „Müslis“.
Auch wenn die Messe durch das ein oder andere Highlight überraschte und wirklich moderne und einzigartige Ideen gezeigt wurden, wir konnten uns nicht dem Müsli- Bild entziehen.
Und dieses Bild, passt auch gar nicht zu dem Headliner: „Fair ist en vogue.“

Betrachtet man Mode & Design in seiner Gesamtheit, und betrachtet man gerade die Erwartungshaltung des (Usual)-Verbrauchers, welcher dieser gegenüber diesen Begriffen hat, so hat Ursula Tischner von der Kölner Designagentur Econcept vollkommen recht wenn Sie appelliert:
„Früher gab es den Hippie- und Müsli-Look, jetzt muss etwas anderes her, um der Zielgruppe zu gefallen. Die Produkte müssen cool sein, sonst bleibt das Ökodesign in seiner Nische stecken.“
Frau Tischner, mode-blog.eu ist da vollkommen Ihrer Meinung!

Doch leider blieb auch die ökoRausch, an der „ein oder anderen Ecke“, in dieser Nische stecken.
Aussteller und Besucher, das visuelle „Drumherum“ der Messe, kurz gesagt, das Bild welches bei uns ankam, differenzierte sich nicht wirklich von diesem Müsli-Typ.

Müsli

Die Intellektuelle - Outfit 5 – Typologie
Auf der ökoRausch begegneten uns auf Besucher- als auch auf Aussteller-Seite die bekannten 16% aus der Spiegel Typologie, welche hier als „die Intellektuelle“ bezeichnet wird.
„Sie stellt hohe Ansprüche an ihre Kleidung, die aus natürlichen, hautverträglichen Materialien bestehen und damit auch Kennerschaft signalisieren soll.
Sie hat ein starkes Bedürfnis nach Individualität und ist immer auf der Suche nach etwas Besonderem, mit dem sie ein Zeichen setzen will gegen den Massengeschmack und die Uniformierung in der Mode.“


Das hört sich auf den ersten Blick auch gar nicht so schlecht an!
Doch durch ihre immer noch festgefahrenen Kaufeinstellungen, (welche sicherlich auch aus dem fehlendem Angebot resultiert), und durch die spezielle Markenorientierung welche sich zum großen Teil in der Ablehnung von „Mitläufertum“, Etikettismus und Markenkult äußert, kann nicht wirklich eine breite Zielgruppe erreicht werden.

Ziel muss sein, die demographischen Schwerpunkte zu verlagern. Denn die 16% werden nicht in der Lage sein, ein breiteres Publikum anzusprechen und vor allem zu begeistern.

Etwas weiter oben sprach ich schon die Erwartungshaltung an, welche die meisten Menschen zu den Begriffen Mode, Design & Style haben.
Gerade in einer Stadt wie Köln, in einer Stadt welche sich als Medienstadt einen Namen machte. Eine Stadt, welche mitten am Puls der Zeit lebt, welche für ihre Architektur, für Ihre Kunst, und wir hoffen bald auch, mehr für Ihre Mode bekannt ist, müssen wir Fairness & Ökologie ganz anders verpacken, als es bis dato getan wird.

Eine breite Reihe an Magazinen, viele Online-Blogs & Webseiten berichten unter Headern wie:
„Fair ist in“, „Fair Traid ist Trend“, Fair ist modern“ „Öko liegt im Trend“ , selbst in unserem Titelthema: Fair Trade, tun auch wir nichts anderes.
Sicherlich trifft dies auch zu, doch wir müssen uns auch darüber bewusst sein, dass Medien ein Thema immer sehr bildhaft, plakativ, sehr ausgeschmückt und manchmal auch ein Wenig übertrieben darstellen.

Bildquelle: Outfit 5 – Typologie

No more Müsli

Einige Ansätze gibt es schon, welches das „Müsli-Bild“ wirklich hinter sich lassen und ein ganz neues vermitteln, so sind wir Gespannt darauf, was uns z.B. vom 09. bis 12. Oktober, auf der Ethical Fashion Show® in Paris erwarten wird.


Ethical Fashion Show 2008

Mehr darüber auf: ethicalfashionshow.com >>>
(Der Besuch der Webseite ist sehr zu empfehlen, dass Mode-Event schafft, auch hier im Internet eine tolle Plattform um sich nicht nur zu informieren, sondern auch inspirieren zu lassen.)

Impressionen der ökoRausch Köln

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Mode-Blog.eu schaut zuversichtlich in die Zukunft, und freut sich schon heute auf die nächste ökoRausch. Wir sind gespannt!

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