Report: Friendly Soiree by Friendly Fur
Berlin – die aufstrebende, europäische Modemetropole, war vergangene Woche Anzugspunkt für Designer, FashionVictims, Mode-Begeisterte, Journalisten & Einkäufer.
Doch noch bevor der Bebelplatz zum Schauplatz der internationalen Mode-Szene wurde, und die Fashion Week am Donnerstag den 29. Januar richtig los ging, lockten bereits zahlreiche Events und Veranstaltungen zu einem Besuch.

Bereits am Mittwoch-Abend, dem 28. Januar, lud das Berliner Mode-Label Friendly Fur, unter der Federführung von Designer Nikolas Gleber, zur Vernissage.
In den exklusiven Räumlichkeiten der “Botschaft von Berlin” traf sich ein kleines, aber sehr renommiertes Publikum. In der gediegenen, sehr eleganten und vor allem persönlich wirkenden Atmosphäre wurden Gäste des Designers, Freunde von Pelz & Mode, aber auch die Presse & Medienvertreter mit Sekt, Wildhäppchen und einem erstklassigem Service empfangen.
Showcase by Friendly Fur – Die Fashion Show
Die Friendly Fur – Fashion Show
Nach dem stilvollen Entree zu modernen live Pianoklängen des Künstlers Tobias Staerbo und Wildhäppchen der Hatzfeldschen Wildkammer wurden in einem Showcase die Friendly Fur
„objects to wear“ aus deutschem Rotfuchs präsentiert.

Untermalt wurde die Fashion-Präsenation mit Hintergrund-Dias aus Fauna & Flora, so sorgten die Initiatoren dafür, dass auch beim Publikum das Feeling von Natur(schutz) aufkam.

Friendly Soiree – Gäste & Eindrücke
Friendly Soiree – Backstage
Nicht nur für Mode-Begeisterte oder Pelz-Liebhaber war das Event Anzugspunkt. Gerade, so schien es, war das Publikum aus Wald & Forst sehr hoch.


Mehr Bilder zu dem Mode-Event auf: botschaft-von-berlin.de >>>
Fashion-TV
Natürlich hat Sebastian auch die Video-Cam im Gepäck gehabt, um nicht nur Bilder von dem Mode-Event mitzubringen sondern dir abermals die Impressionen der Veranstaltungen auch in bewegtem Bild zu präsentieren:
“Friendly Fur” – Fair Fashion ?
„Frische, Modernität, Internationalität und Zeitgeist, Urbanität und aber auch Situiertheit im Dialog mit Natur und ökologischem Bewusstsein sind die Key-Words der Friendly Soiree.“
So kündigte ich bereits im Vorfeld, das Event in unserem Mode-Blog-Terminkalender an.
„…im Dialog mit Natur“, „ökologisches Bewusstsein“, „ökologische Verträglichkeit“ oder „Fair Trade“ – wie oft, habe ich diese Schlagwörter schon in das Mode-Blog geschrieben?
In dem Titelthema Fair Trade, Im Fair Shopping Guide, In Event-Tipps, in der Blog-Parade „Green Glamour“, im Mode-Webkatalog, & Co.
Und wieder stellen wir also fest, Fair ist im Trend, denn auch das Berliner Fashion-Label „Friendly Fur“ dekoriert seine Arbeiten mit diesen Titeln.
In vielen Berichterstattungen haben wir es bereits lesen können:
Das Berliner Modelabel “Friendly Fur” macht sich daran, auch Pelze wieder salon-fähig zu machen.
Auf die-mode-experten.de lesen wir: „Ökologisches Gewissen kann so glamourös sein!“
Amica empfiehlt in ihrem „Fashion-Statement“ Pelzmützen by „Friendly Fur“ und gofeminin.de berichtet: „Es handelt sich bei den verarbeiteten Fellen um ökologisch und politisch korrekte Rotfuchspelze!“
Auf Stern.de schrieb Stefanie Wilke: „Pelzmode ist in diesem Winter plötzlich wieder Trend. Obendrein bietet ein Berliner Designer Rotfuchs für Umweltbewusste…“
Das Nikolas Gleber der Typ Mann ist, „den man bei kultivierten Abendgesellschaften gern als Tischnachbarn hat“, wie es Stefanie Wilke berichtet, ist richtig.
In diesem Punkt gibt Mode-Blog.eu Frau Wilke recht. Auch wir haben Nikolas Gleber auf der „Friendly Soiree“, als einen sehr sympathischen & netten Menschen kennen gelernt.
Doch ob Pelzmode und Tierschutz zusammen funktionieren, das möchten wir doch zur Diskussion stellen.
Pelzmode und Tierschutz zusammen – geht das denn überhaupt?
„Die Pelze, die wir verwenden, stammen ausschließlich aus kontrollierter Jagd“, heißt es auf der Website des Unternehmens „Friendly Fur“. Man verwende lediglich Felle einheimischer Füchse, die aufgrund ihrer „Überpopulation“ ohnehin getötet werden müssten.
Auf freiheit-fuer-tiere.de hingegen wird mit dem Begriff Überpopulation aufgeräumt. Das Tierschutz-Magazin erläutert wie folgt:
„Tatsächlich zitiert „Friendly Fur“ in diesem Punkt letztlich nichts anderes als die Position der großen deutschen Jagdverbände. Dort betont man stets, die Fuchsjagd sei notwendig, um ausufernde Bestände und die Ausbreitung von Seuchen zu verhindern. Dass Füchse ihre Bestandsdichte über ein komplexes Sozialsystem selbständig regeln und menschliche Eingriffe mit Flinte und Falle lediglich die Nachwuchsrate in die Höhe schnellen lassen, wird dabei außer Acht gelassen. Bereits in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts konstatierten etwa die Experten der Schweizer Tollwutzentrale, dass die Fuchspopulation mit jagdlichen Mitteln nicht zu beeinflussen sei. Selbst hohe Verluste von bis zu zwei Dritteln des Herbstbestandes können Füchse durch höhere Geburtenraten binnen Jahresfrist ausgleichen. Lässt man die Jagd dagegen ruhen, so leben Füchse in stabilen Familiengemeinschaften und bekommen deutlich weniger Nachwuchs, ein Phänomen, das der Biologe Erik Zimen einst mit den Worten „Geburtenbeschränkung statt Massenelend“ kommentierte. Als gesichert gilt zudem, dass intensive Fuchsbejagung die Ausbreitung etwa der Tollwut keinesfalls hemmt, sondern sie sogar fördert, weil in bejagten Fuchspopulationen stärkere Wanderbewegungen zu beobachten sind. Tier- und Naturschützer sehen dementsprechend in der selbstgesetzten jägerischen Aufgabe der „Fuchskontrolle“ nichts anderes als ein Feigenblatt, hinter dem sich Jagdlust und die Beseitigung unliebsamer Beutekonkurrenz als wahre Motive für die heftige Fuchsverfolgung verstecken.
Pelzwaren wie jene von „Friendly Fur“ können also bestenfalls als Nebenprodukt von Jagdvergnügen und Beuteneid, gewiss jedoch nicht als Resultat „notwendiger Hegemaßnahmen“ betrachtet werden. Die PR-wirksam in Szene gesetzte Vermarktung von „Öko-Pelzen“ ist damit letztlich nur ein Etikettenschwindel auf Kosten der Tiere: Sie müssen auch für „Friendly Furs“ leiden und sterben, während Pelzhändler mit dem betrogenen Gewissen leicht beeinflussbarer Kunden Kasse machen.“
Ein wirklich sehr interessanter Artikel, der viele weitere, interessante Aspekte aufzeigt.
Den ganzen Artikel kannst du hier lesen >>>
Fazit zu Fair
Wir sollten unseren Blick nicht durch eine initiierte Welt, geprägt von Glanz & Glamour, wie die der Mode es eine ist, trügen lassen.
Wir sollten unser Verständnis für eine objektive Sichtweise auf die Dinge, nicht durch gratis Wildhäppchen, garniert mit Piano-Begleitung in einem exklusiv-einmaligem Ambiente, trüben lassen.
Auch wenn die wohl gewählten Worte von Zuspielern und Markenbotschaftern, ein doch so akzeptables und durchaus glaubwürdiges Bild vermitteln – Es ist einmal mehr wichtiger Acht zu geben und zu hinterfragen.
Auch, weil gerade hier im Internet, Werbeaussagen von Unternehmen oft unreflektiert übernommen werden.
Wolfgang ist: stets auf den Spuren der neuesten Trends & Styles
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